Deutschland ist Vorreiter bei regenerativen Energien!
Die effiziente und umweltschonende Erzeugung und Übertragung elektrischer Energie ist die Grundvoraussetzung für eine wirtschaftlich leistungsfähige und langfristig überlebensfähige Zivilisation. Die Erzeugung elektrischer Energie aus regenerativen, d. h. nach menschlichem Ermessen unerschöpflichen Quellen ist dabei das wichtigste Ziel. Der Bereich der Nutzung von Windenergie, Solarenergie aber auch der Wasserstofftechnologie durch Brennstoffzellen hat sich inzwischen zu einem weltweiten Markt mit jährlichen Wachstumsraten von 10 - 15 % entwickelt.
Wurde das Gebiet der regenerativen Energien vor 10 Jahren noch belächelt, so hat es sich inzwischen zu einem festen Bestandteil des Alltags entwickelt, wie z. B. der Einsatz von Windenergieanlagen deutlich zeigt. Die Bedeutung der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen wird aufgrund der endlichen Ressourcen fossiler Primärenergieträger und der Klimaforderungen der Vereinten Nationen (Kyoto-Protokoll der Vereinten Nationen über Klimaänderungen) in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der regenerativen Energien sind durch zunehmende Dynamik geprägt. Die Anwendung dieser neuen Technologien ist nicht nur auf die großtechnische Erzeugung elektrischer Energie beschränkt. Anwendungen ergeben sich auch auf ganz anderen Gebieten, z. B. der Verkehrsgestaltung, Fahrzeuge mit Hybridantrieben sind ein Beispiel dafür.
Deutschland ist in vielen Bereichen der Nutzung regenerativer Energiequellen ein Vorreiter. So nehmen deutsche Unternehmen beispielsweise in der Nutzung der Windenergie, der Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie zur großtechnischen Elektroenergieerzeugung und bei der Herstellung von Solarzellen eine Spitzenstellung in der Welt ein. In den Kontext der regenerativen Energien gehört jedoch nicht nur die Technologie zur Erzeugung elektrischer Energie durch Solarzellen, Brennstoffzellen, Windenergieanlagen oder anderen zukunftsweisenden Technologien. Wichtig ist auch die effektive Übertragung und Nutzung der elektrischen Energie. Hier entstehen durch verbesserte Leistungshalbleiter und leistungsfähige Informationssysteme neue Möglichkeiten zur Regelung von Leistungsflüssen in den Energienetzen und Verbrauchern. Diese Entwicklung wird durch hochqualifizierte und engagierte Ingenieure und Wissenschaftler aus allen Bereichen der Elektrotechnik und angrenzender Wissenschaften ermöglicht, die im internationalen Umfeld an einer zukunftsweisenden Technologie mitarbeiten wollen, und bereit sind, alte Wege zu verlassen und neue, auch völlig andersartige Lösungen für die zukünftige Energiebereitstellung und -nutzung zu finden.
Das Gebiet der regenerativen Energien bietet den Ingenieuren der Elektrotechnik und Informationstechnik aufgrund der vielfältigen Aufgabenstellung ein weites Tätigkeitsfeld. Es reicht von der Grundlagenforschung und der industriellen Produktion neuer Module, z. B. im Bereich der Solarzellen und Brennstoffzellen, über die Konzeption großer Anlagen mit diesen neuen Technologien, die Entwicklung und Projektierung von Baugruppen und Anlagen bereits bewährter Technologien zu großtechnischen Erzeugung elektrischer Energie bis hin zur Entwicklung neuer Lösungen zur Flexibilisierung elektrischer Energienetze durch moderne Leistungshalbleiter und intelligente Betriebsführungsprinzipien, um nur einige Beispiele zu nennen.
Ingenieure, die sich auf dem Gebiet der regenerativen Energien erfolgreich betätigen wollen, benötigen eine breite Grundlagenausbildung, wie sie bereits durch die neun Kernfächer des Diplomstudiengangs Elektrotechnik und Informationstechnik an der Universität Karlsruhe vermittelt wird. Hinzu kommen für das Studienmodell "Regenerative Energien" noch die festen Modellfächer, die alle Aspekte dieser Thematik abdecken, beginnend bei der eigentlichen Erzeugung elektrischer Energie und den dafür notwendigen Technologien (Solarenergie, Brennstoffzellen und Batterien I,II) über die Ankopplung der Energieerzeugungsanlagen an elektrische Netze durch Stromrichter (Netzgeführte Stromrichter, Selbstgeführte Stromrichter) bis zur Energieübertragung in Netzen (Elektrische Anlagen- und Systemtechnik I,II). Hinzu kommt noch ein Praktikum, das die in Vorlesungen und Übungen erlangten Kenntnisse durch praktische Erfahrungen ergänzt. Die wählbaren Modellfächer sind in die 3 Gruppen "Energietechnik", "Systemtechnik und Signalverarbeitung" und "Management und Betriebswirtschaft" gegliedert. Die Studierenden haben so die Möglichkeit einerseits der Spezialisierung, andererseits aber auch der gezielten Verbreiterung ihres Wissens - abhängig von den persönlichen Interessen und Neigungen jedes Einzelnen. Die Wahl von anderen Modellfächern ist deshalb in Absprache mit den Modellberatern jederzeit möglich. Grundlagenkenntnisse über die Bereiche Management und Betriebswirtschaft runden das Profil eines jungen Ingenieurs ab und sichern im heutigen industriellen Umfeld einen optimalen Einstieg.



