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Messtechnik zur Diagnostik
Ansprechpartner:

Prof. Dr.-Ing. Thomas Leibfried

Beschreibung

Die Vor-Ort-Diagnose von Leistungstransformatoren verlangt nach einer Vielzahl von spezialisierten Messverfahren und unterscheidet sich fundamental von Messungen im Labor. Hierbei sind die Ansprüche an die Messgeräte extrem: Wo im normalen Betrieb höchste Spannungen und Ströme anliegen, müssen bei diagnostischen Messungen Ströme im Pikoampere-Bereich (10-12 A) und Spannungen im Millivoltbereich gemessen werden.

Bei Messungen des Isoliersystems eines Transformators muss aufgrund der hohen Isolationswiderstände mit extrem hohem Innenwiderstand der Messgeräte gemessen werden, um eine rückwirkungsfreie Aufzeichnung der Werte zu garantieren.

Gleichzeitig verfügt man vor Ort nur über eingeschränkte Möglichkeiten zur Abschirmung von Störern: Naheliegende, in Betrieb befindliche Anlagen induzieren über elektrische und magnetische Kopplung Störströme und -spannungen, denen mittels geeigneter Filterung begegnet werden muss. Besonders in Kraftwerken treten im Erdsystem häufig parasitäre Ströme erheblicher Stärke auf, die zu unerwarteten Störungen führen können. 

Diese Bedingungen beschreiben die Anforderungen und Strategien beim Aufbau von Messsystemen. Da einige diese verschiedenen Anforderungen zueinander konträr stehen, ist es Aufgabe des Ingenieurs, messtechnische Lösungen zu finden, die allen Aspekten gerecht werden. Komplexe Messverfahren verlangen Geräte mit flexibler, mikroprozessorbasierter Ablaufsteuerung.