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Institutsleiter

1910 - 1923: Prof. Schwaiger

Im Oktober 1910 wurde Dr.-Ing. Anton Schwaiger durch den damaligen Direktor des Elektrotechnischen Institutes, E. Arnold, nach Karlsruhe berufen. Schwaiger wurde am 12.1.1879 geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule München, promovierte 1908 und habilitierte sich 1910. Vor seiner Tätigkeit in Karlsruhe war er etwa 10 Jahre lang bei den Siemens Schuckert Werken tätig. In Karlsruhe übernahm Schwaiger zunächst die Vorlesungen "Elektrische Kraftwerke", "Elektromotorische Betriebe" und "Elektrische Bahnen" und führte im Jahr 1913 die Vorlesung "Hochspannungstechnik" ein. 1912 wurde für diese Lehrgebiete eine planmäßige außerordentliche Professur und 1922 eine ordentliche Professur eingerichtet. Schwaiger hat während seiner Zeit in Karlsruhe wesentliche Grundlagen der Hochspannungstechnik geschaffen (z. B. "Schwaigerscher Ausnutzungsfaktor"). Im Oktober 1923 folgte Schwaiger einem Ruf an die TH München. Professor Anton Schwaiger starb am 7.2.1954.

1924 - 1945: Prof. Thoma

Mit dem 1.10.1924 wurde Dr.-Ing. Hans Thoma zum ordentlichen Professor und Inhaber des Lehrstuhls ernannt. Thoma wurde am 12.7.1887 geboren; er besuchte die Technischen Hochschulen in Braunschweig und München und promovierte 1913. Vor seiner Berufung war er in leitender Position beim Ausbau der Kraftwerke an der mittleren Isar bei München beteiligt. Im Jahr 1930 wurde das Hochspannungslaboratorium, inzwischen in einem eigenen Gebäude untergebracht, zum selbständigen Institut erhoben. Das heutige Institut für Elektroenergiesysteme und Hochspannungstechnik kann also das Jahr 1930 als sein Gründungsjahr ansehen. Im Jahr 1945 legte Professor Thoma sein Amt nieder.

1949 - 1956: Prof. Lesch

In der Zeit von 1945 bis 1949 wurden die energietechnischen Vorlesungen von verschiedenen Lehrbeauftragten weitergeführt. Am 22.1.1949 wurde Dr.-Ing. Guntram Lesch zum ordentlichen Professor und Direktor des Hochspannungsinstituts ernannt. Lesch wurde am 30.11.1899 in München geboren und studierte an der Technischen Hochschule München, promovierte dort 1929 und war dann vor seiner Tätigkeit an der Universität etwa 20 Jahre lang bei BBC (Brown Boveri) zuletzt als Direktor der Industrieabteilung beschäftigt. Ein Schwerpunkt seiner Forschungsarbeiten am Hochspannungsinstitut lag auf dem Gebiet der elektrischen Gasentladungen. Ein weiterer Schwerpunkt bildeten seine Arbeiten in der 400-kV-Forschungsgemeinschaft e. V., deren Leitung er ab 1950 übernahm und deren Arbeiten die Grundlage des heutigen 400-kV-Netzes in Deutschland bilden. Lesch war in den Jahren 1951 bis 1954 auch als Leiter der Abteilung Elektrotechnik und als Dekan der Fakultät für Maschinenwesen tätig. Professor Lesch starb am 14.10.1956 überraschend an einem Herzinfarkt.

1959 - 1980: Prof. Lau

Nach dem Tod von Professor Lesch war der Lehrstuhl wieder einige Jahre verwaist, bis am 1.6.1959 Dr.-Ing. Hermann Lau zum ordentlichen Professor und Direktor des Hochspannungsinstituts ernannt wurde. Lau wurde am 25.8.1912 in Lübeck geboren, studierte an der Technischen Hochschule Hannover und promovierte 1940 bei Prof. Schering (Schering-Messbrücke). Lau habilitierte sich 1949 für „Theoretische Elektrotechnik“ und war dann bis zu seiner Berufung in der Entwicklung bei der Hackethal-Draht- und Kabelwerke AG in Hannover tätig. Unter der Leitung von Professor Lau wurden die Forschungen über Korona-Erscheinungen fortgesetzt. Weitere Forschungsschwerpunkte waren die Belastungsfähigkeit von Kabeln, die elektrische Durchschlagfestigkeit gasförmiger, flüssiger und fester Isolierstoffe, wechselspannungsbetriebene Staubfilter, Entwicklungen in der Hochspannungsmesstechnik sowie die Optimierung der Lastflussberechnung in elektrischen Netzen. Professor Lau wurde 1980 nach 21 Jahren erfolgreicher Lehr- und Forschungstätigkeit emeritiert und starb am 9.6.1984.

1980 - 2002: Prof. Schwab

Zum Nachfolger von Prof. Lau wurde am 11.4.1980 Professor Dr.-Ing. Adolf Schwab ernannt. Prof. Schwab wurde am 20.6.1937 in Mannheim geboren, studierte und promovierte 1963 mit dem Thema "Über die Anstiegszeiten von Koronaentladungsimpulsen in einer Spitze-Platte-Funkenstrecke". 1964 erhielt Dr.-Ing. Schwab einen Lehrauftrag für das Fach "Hochspannungsmesstechnik"; er habilitierte sich 1972 und wurde 1976 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Kurz vor seiner Berufung ans Hochspannungsinstitut in Karlsruhe war ein Ruf an die Universität Dortmund an Prof. Schwab ergangen, die Bleibeverhandlungen mit der Universität Karlsruhe waren jedoch erfolgreich. In den folgenden Jahren baute Prof. Schwab die Forschungsgebiete "Hochspannungsmesstechnik", "Elektromagnetische Verträglichkeit", "Hochleistungslaser im UV- und IR-Bereich", "Pulse Power Technology" und "Technisch-wissenschaftliches Rechnen" weiter aus. Von 1989 bis 1993 war er in Personalunion Leiter der Konzernforschungszentrums von Asea Brown Boveri (ABB), die sich 1987/88 aus der BBC und der Asea formierte. Diese Konstellation bescherte dem Institut einen ungeheueren Auftrieb. Seine Erfahrungen als Leiter der Konzernforschung eines der größten elektroenergietechnischen Unternehmen hat Professor Schwab in seinem Buch "Managementwissen für Ingenieure" (Springer-Verlag) verarbeitet. In der Folgezeit entstanden herausragende Arbeiten u. a. auf den Gebieten der Elektromagnetischen Verträglichkeit und der Durchschlagmechanismen von Isolieröl, die durch zahlreiche Dissertationen dokumentiert sind. Professor Schwab ist Autor von 5 Fachbüchern und Ehrendoktor der Universitäten St. Petersburg und Tomsk sowie Consulting Professor der Universität Xian. Mit dem Eintritt in den Ruhestand zum 31.10.2002 gründete Professor Schwab das Beratungsunternehmen Prof. Schwab Consulting & Partner, das in den Bereichen Elektrotechnik und Betriebswirtschaft tätig ist. Er ist Mitglied des VDE, Life Fellow des IEEE, Past Chairman des IEEE Ethik Komitees und Past Chairman der IEEE Germany Section.